15. Dezember
„Mein Körper gehört mir“
Wenn unsere Kinderschutzbeauftragte in die Gruppen kommt, merkt man sofort: Das ist ein besonderer Tag. Die Kinder freuen sich, sie wird begrüßt, manche laufen ihr entgegen, andere wissen schon: Heute wird gebastelt, gelesen, geredet – und gespielt. Doch hinter dieser Leichtigkeit steckt eine unglaublich wertvolle Aufgabe. Es geht um Kinderschutz. Um Kinderrechte. Darum, dass jedes Kind lernt, seine Grenzen zu spüren und auszusprechen. Die Themen sind ernst, aber die Herangehensweise ist voller Herz. Mit Büchern, Spielen und Bastelmaterialien gelingt es ihr, die Kinder in ihrer Sprache zu erreichen. Ganz spielerisch vermittelt sie: „Mein Körper gehört mir“, „Ich darf Nein sagen“, „Ich darf mich wehren, wenn mir etwas unangenehm ist.“ Manchmal hört man Sätze wie: „Halt, Stopp! Das will ich nicht!“ – und genau dann wissen wir: Es kommt an. Die Mitarbeitenden in den Gruppen erzählen immer wieder, wie die Kinder das Gelernte im Alltag aufgreifen. Wie sie Konflikte klarer benennen. Wie sie selbstbewusster werden. Besonders schön ist, dass sich viele Kinder in den Einzelgesprächen schnell öffnen. Sie erzählen, was sie beschäftigt, was sie traurig macht oder worüber sie sich freuen. Manchmal sind es kleine Sorgen, manchmal große Themen. Aber sie wissen: Da ist jemand, der zuhört. Und genau das ist Kinderschutz. Nicht nur prüfen, sondern verstehen. Nicht nur fragen, sondern wahrnehmen. Nicht nur handeln, sondern stärken. „Ich darf mich wehren, wenn ein Erwachsener etwas Böses möchte“, sagte neulich ein Kind. Ein Satz, der hängen bleibt – weil er zeigt, dass Aufklärung wirkt. Unsere Kinderschutzbeauftragte macht das Unsichtbare sichtbar. Mit Empathie, Wissen und dem größten Werkzeug, das es in dieser Arbeit gibt: Vertrauen.
