16. Dezember
Ein Blick zurück
Wenn man viele Jahre in der Mutter-Kind-Wohngruppe tätig ist, dann sammelt man Geschichten,
die man nie wieder vergisst. Man wächst mit ihnen, manchmal auch an ihnen. Eine unserer Mitarbeiterinnen begleitet die Kleinen Strolche schon sehr lange. Sie hat unzählige Mütter und Kinder gesehen, viele Anfänge, viele Abschiede, und so viel dazwischen. „Es gab viele Höhen und Tiefen“, erzählt sie. „Viele schöne, aber auch anstrengende Momente.“ Kein Tag sei wie der andere, sagt sie, und genau das mache ihren Bereich so besonders. Jeder Tag bringt neue Geschichten, neue Herausforderungen, neue kleine Wunder. Im Mutter-Kind-Bereich ist kein Tag planbar. Manchmal steht eine Klientin plötzlich weinend vor einem, erzählt von Sorgen, Ängsten oder Dingen, die sie lange für sich behalten hat. Manchmal passiert Unerwartetes – eine Krise, ein Rückschritt, aber auch Geburt, Freude, Nähe. „Es gibt Erlebnisse, die begleiten einen noch lange.“ Gerade dann, wenn eine Maßnahme beendet wird, und Mutter und Kind getrennte Wege gehen müssen. „Das ist nie einfach. Aber im Team haben wir gelernt, darüber zu sprechen, das auszuhalten, uns gegenseitig zu stützen.“ Und dann gibt es sie – die schönen Momente. Wenn eine Mama den Schritt in die eigene Wohnung schafft. Wenn ein Kind lachen kann, das lange still war. Wenn Vertrauen wächst, wo vorher Angst war. „Ich durfte bei Geburten dabei sein, Ausflüge machen, kleine Feste feiern. Manchmal entstehen Momente, die die Mamas vielleicht noch nie erlebt haben.“ Nach all den Jahren kann sie sagen: „Es war immer ein gutes Team. Und auch die Leitungen waren immer da, wenn man jemanden gebraucht hat.“ Ihre Worte klingen ruhig, aber sie tragen Gewicht. Denn sie erinnern daran, dass unsere Arbeit nie Routine wird – und dass Erfahrung vor allem eines ist: ein Herz, das bleibt, auch wenn die Geschichten wechseln.
