21. Dezember
Kleine Hände, Große Schritte
Manchmal sind es die stillen Momente, die mich am meisten berühren. So wie neulich, als in einer unserer Gruppen Plätzchen gebacken wurden. Ein kleines Mädchen, gerade ein Jahr alt,
hat begeistert die Ausstechförmchen stibitzt – und so viel Teig genascht, dass wir kaum hinterherkamen. Sie lachte, strahlte, war ganz in ihrem Element. Ein kleiner Junge stand stolz am Tisch, konzentriert, ruhig, ganz bei sich. Er rollte den Teig aus, legte jedes Plätzchen sorgfältig aufs Blech – und war so sichtbar stolz auf das, was er geschafft hatte. Und dann war da noch ein anderes Mädchen, das sich sonst kaum traute, Dinge mit den Händen anzufassen. Teig, Sand, Matsch – all das war ihr zu viel. Doch an diesem Tag drückte sie vorsichtig hinein, spürte die weiche Masse zwischen den Fingern, lächelte – und machte einfach weiter. Es war laut, klebrig und chaotisch. Aber es war echt. Ein Moment voller Lachen, Konzentration, Vertrauen. Und ich dachte: Das sind die Augenblicke, in denen Entwicklung sichtbar wird – nicht in großen Schritten, sondern in winzigen, mutigen Bewegungen kleiner Hände.
